Saddam Hussein, Gaddafi und die Rolle der Türkei

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Um was geht es im Krieg um Syrien? Um Demokratie, Menschenrechte oder das Wohl der Bevölkerung mit Sicherheit nicht. Was sind die einzelnen Interessen der in Syrien agierenden Mächte und was hat das Ganze mit Gaddafi, Saddam Hussein und Katar zu tun?

Warum ist der Dollar immer noch eine „stabile“ Währung? Der US-Dollar kann nur schwer wertlos werden denn der Großteil der Welt handelt mit ihm, und muss ihn sozusagen "einkaufen". Saudi-Arabien zum Beispiel kauft regelmäßig amerikanische Staatsanleihen mit seinen Dollar-Überschüssen und gewährt Amerika somit sozusagen einen „Dauerkredit“. Auch der Ölhandel erfolgt in US-Dollar. So wird der Wert des Dollars stetig „gepusht“. Nun gab es in der Vergangenheit mehrere Länder, die sich dem widersetzen wollten.

Wer sich dem Imperium widersetzt

Es fing an mit Libyen. Der ehemalige Staatschef Gaddafi, hatte vor einen eigenen afrikanischen Wirtschaftsraum mit eigener Währung zu schaffen. Die meisten afrikanischen Länder hatten ein großes Interesse, jedoch hätte der US-Dollar unzählige Punkte verloren. Die amerikanische Wirtschaft wäre wahrscheinlich in eine tiefe Rezession gerutscht - hätte Gaddafi Erfolg gehabt.

 

Dieser wurde jedoch ermordet und Hillary Clinton ließ dazu zufrieden grinsend folgendes verlauten: „We came, we saw, he died“. Zu Gaddafis Tod kam es, weil französische Kampfjets seinen Konvoi bombardierten. Anschließend wurde er in Anwesenheit von NATO-Soldaten exekutiert. Der Dollar und die US-Herschaft wurden in diesem Fall also noch einmal gerettet. Über die Einführung einer eigenen afrikanischen Währung wurde nicht mehr gesprochen. Da Gadaffi tot war, wurde eine Zeugenaussage vor einem internationalen Gericht nicht mehr möglich und die westliche Version wurde besiegelt.

 

Auch Saddam Hussein wollte das Öl des Irak nicht länger ausschließlich in US-Dollar verkaufen, sondern auch in Euro. Nachdem die Amerikaner in den ersten Tagen der Invasion mehr als 600.000 Iraker getötet hatten töteten sie auch Saddam Hussein. Er musste am Strang sterben - durch ein Land das angeblich für Menschenrechte kämpft. Der Vorwand, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen war bewiesen eine Lüge. Der Dollar war ein weiteres Mal gerettet und die Rüstungsindustrie hatte Milliarden umgesetzt.

Auch Hugo Chávez, der ehemalige Staatspräsident Venezuelas stellte sich gegen Amerika. Er wollte die Goldreserven seines Landes aus London heim holen und das Öl nicht länger in US-Dollar handeln. Also unterstütze Amerika die Opposition finanziell. Chávez starb kurz darauf. Zufall?

 

Den Iran wollten Amerika und Großbritannien auf Drängen Israels 2011 angreifen, jedoch wurden sie von China gewarnt. Ein Militärschlag gegen den Iran würde zu "verheerenden Gegenmaßnahmen einladen". Außerdem wurde im Jahr bekannt, dass Hillary Clinton seit 2000 Internet-Seiten im Iran erstellen ließ, die gezielt gegen die Regierung aufstachelten.

 

Die Rolle der Türkei

Aber was hat das mit der momentanen Situation in Türkei zu tun? Bevor Russland in den Syrienkrieg eingriff, ging es darum Assad loszuwerden. Was immer es koste. Schon immer, aber gerade im Fall dieses Krieges verfügt die Türkei über eine strategisch wichtige Position. In diesem Fall sind die Türkei und Syrien wohl aber nur Zwischenstationen - es geht wohl eher um Katar.

 

 

Momentan gibt es eine große Pipeline in dieser Region, die Europa mit Öl versorgt. Sie beginnt im Iran, und geht durch den Irak bis zu Syriens Küste. Von dort werden die Rohstoffe nach Europa transportiert. Es gibt jedoch eine Alternative für diese Pipeline. Diese würde in Katar beginnen und durch Saudi-Arabien, Syrien und der Türkei nach Europa führen. Würde dieses Projekt zum Erfolg kommen, wäre die iranisch-irakisch-russische Konkurrenz ausgeschaltet, und Europa wäre nicht mehr abhängig von diesen Ländern. Es würde keine Gefahr für ein Handel des Öls in einer anderen Währung als dem US-Dollar bestehen. Alle Golfstaaten sind kontrolliert von US-amerikanischen Firmen, niemand würde auf die Idee kommen, sein Öl in einer anderen Währung anzubieten.

 

Die Türkei als Schlüssel zum Erfolg

Der springende Punkt ist die Rolle Russlands und der Länder die Assad unterstützen. Der Türkei zufolge war es Russland, welches am stärksten an der Putsch-Unterdrückung beteiligt war. Natürlich ist auch Russland daran bemüht Assad zu unterstützen, denn so kann es seine Interessen in dieser Region besser artikulieren. War der Putsch von angelsächsischen Geheimdiensten geplant und von Russland verhindert worden? Es waren schließlich russische Militärs, die der türkischen Regierung von ungewöhnlichen Aktivitäten berichteten.

 

Ab diesem Punkt kann man nur spekulieren, auf wessen Seite die Türkei steht. Eine sunnitische Regierung in Syrien würde wahrscheinlich viel eher auf Erdogan zugehen. Zum anderen ist der Türkei die amerikanische Unterstützung von Kurden ein Dorn im Auge. Klar ersichtlich ist jedoch, dass Amerika in den letzten Jahren um sein Überleben - und um das Überleben des Dollars kämpft. Eine Papierwährung, die mittlerweile nicht mehr durch Edelmetalle gedeckt ist und die nur noch am Leben ist weil sie ein großer Teil der Welt einkauft. Auf der anderen Seite stehen Russland und China. Länder die sich die selbstgefällige Außenpolitik der EU und Amerikas nicht länger gefallen lassen. Es sind ganze Kontinente deren Grenzen massiv durch Amerika und die NATO bedroht sind.

 

 

Die auf Krieg, Unterwerfung und Betrug beruhende Dominanz Amerikas sieht sich ihrem Ende gegenüber. Der Kampf um die strategisch extrem wichtige Position des Nahen Ostens ist noch lange nicht zu Ende und es wird noch einiges auf uns zu kommen.

 


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