Die Gründung Panamas - 51. Staat der USA?

Spricht man über die USA, verbindet man damit meistens den Norden Amerikas. Gibt es noch andere Länder dieser Welt, die offiziell einen anderen Namen tragen, aber de fakto zu Amerika gehören? Panama war von Amerika besetzt – das ist bekannt. Aber waren überhaupt Panamaer an der Gründung des Landes beteiligt und zu welchem Zweck wurde es gegründet?

Von Ost nach West

Großbritannien beherrschte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts einen Großteil der Welt. So war auch Amerika im Zuge des Imperialismus entstanden, dass sich mittlerweile seiner eigenen Unabhängigkeit erfreute. Im Zuge dieser begannen die vereinigten Staaten selbst zu expandieren. Die mögliche Kolonialisierung anderer Völker bedurfte allerdings einer schnellen Transportroute, die zu dieser Zeit nur über den Seeweg zu realisieren war. Dies stellte ein Problem dar, da man ganz Südamerika umschiffen musste, um nach Asien oder Afrika zu gelangen – zumindest von der Ost-Küste aus. In Zeiten einer sich industrialisierenden Welt, welche immer stärker globalen Handel pflegte, wuchs somit seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Wunsch nach einem Kanal, welcher den Atlantik und den Pazifik verbinden würde.

Als aller erstes traute sich die französische Panamakanal – Gesellschaft dieses Mammutprojekt zu übernehmen. Sie erwarb das Bauland von Kolumbien, da Panama damals zu diesem gehörte. Der Bau begann 1881 und wurde 1889 gestoppt, nachdem die Gesellschaft insolvent ging. In dieser Zeit fanden rund 22.000 Menschen ihren Tod beim Bau des Kanals und eine Menge Geld wurde verschlungen.

Die Entstehung Panamas

13 Jahre später – im Jahr 1902, kauften die Amerikaner unter Präsident Theodore Roosevelt den Franzosen den bereits begonnenen Kanal ab. Die Finanzierung des Projektes übernahm nicht die Regierung, sondern J.P Morgan. Im Laufe des Projekts entwickelte sich jedoch ein Rechtsstreit zwischen der kolumbianischen und der amerikanischen Regierung. Theodore Roosevelt und seine Regierung forderten die uneingeschränkte Hoheit für das Gebiet, welches den Kanal umfasste.

Die Amerikaner wendeten also eine Strategie an, welche sie im Laufe der Geschichte immer öfter anzuwenden pflegten. Sie unterstützten einen Teil der panamaischen Bevölkerung, welcher die Unabhängigkeit von Kolumbien forderte. Es kam zu einem Putsch, welcher die kolumbianische Regierung überraschte. Panama war somit ein frisch gegründeter und zumindest von Kolumbien unabhängiger Staat. Die Panamaer wussten, dass sie mit den USA einen starken Beschützer hatten.  Für den Schutz Panamas gab es lediglich eine einzige Bedingung: jegliche Rechte bezüglich des Baulandes werden an die vereinigten Staaten von Amerika übertragen. Im Gegenzug wurde Panama als souveräner Staat von Amerika anerkannt.

Schon 1902 argumentierten die Verantwortlichen im selben Wortlaut, wie im 21. Jahrhundert: Die Verteidigung der Demokratie, der Menschenrechte und die Beschützung von unterdrückten Völkern, sollen auch in Panama der Anlass für die Intervention gewesen sein. Die Entstehung Panamas beruht also nicht auf Gutmenschlichkeit, sondern einzig und allein auf wirtschaftlichen und militärischen Interessen der USA. An der eigentlichen Gründung war kein Panamaer beteiligt.

Der Preis der „Unabhängigkeit“

In der weiteren, zehnjährigen, Bauzeit welche 1904 begann, starben 5000, hauptsächlich schwarz-afrikanische Arbeiter. Panama, welches sich nach seiner „Unabhängigkeit“ gesehnt hatte, wurde von nun an in seiner Mitte durch einen Streifen getrennt.  Dieser stellte US – amerikanisches Territorium dar. Die Ausbeutung des neuen Staates fing allerdings gerade erst an. J.P. Morgan fand einen weiteren Weg, um aus der Gründung Panamas Profit zu schlagen. Es wurde vertraglich vereinbart, dass Panama eine einmalige Zahlung von 10 Millionen US – Dollar erhalten solle. Doch der Staatshaushalt Panamas wurde J.P. Morgen übertragen, der es als sinnvoller erachtete dieses Geld zu investieren. Panama erhielt zwar jährlich eine Verzinsung von 3,9%, doch dieser Betrag war sogar niedriger, als der Betrag, der durch die Investitionen entstand.

Im Jahr 1910 schlossen sich die Bankiers – Familien Rothschild, Morgan, Rockefeller und Warburg zusammen. 1914 wurde der Kanal letztendlich fertig gestellt. Somit kontrollierte fortan ein Bankenzusammenschluss einen der wichtigsten Knotenpunkte der Welt – um dies zu erreichen gründeten sie sogar ein neues Land. In Spitzenzeiten befanden sich im Panamakanal bis zu 22.000 amerikanische Soldaten – die Elite war ihrem Ziel zur Weltherrschaft einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

 

 

Quellen

 

- http://www.seefunknetz.de/pancan1.htm

- "Was Sie nicht wissen sollen, Teil 2"

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