Macron oder Le Pen - Pest oder Cholera?

Während viele Menschen bei einem Wahlsieg Le Pens das Ende Europas und Frankeichs voraussagen, wird eher selten auf die eigentlichen Ziele und Pläne Macrons eingegangen. In diesem Artikel möchte ich beide Präsidentschaftskandidaten miteinander vergleichen um darauf einzugehen ob überhaupt einer von beiden für das Amt des Präsidenten geeignet ist.

Woher kommen Marine Le Pen und Emmanuel Macron?

 

Sowie Macron als auch LePen stammen beide aus der Bildungsklasse.

Le Pen studierte Rechtswissenschaften und erhielt 1992 ihre Anwaltszulassung. Emanuel Macron stammt zwar auch aus der Bildungsklasse, seine Eltern waren allerdings weitaus wohlhabender als die Le Pens. Er machte sein Baccalauréat an einer Eliteschule in Paris. Nachdem er sein Studienprogramm an der

Verwaltungshochschule ENA als einer der besten abschloss

arbeitete er zunächst als Finanzdirektor im öffentlichen Dienst. Schon damals hatte er großen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Finanzen.

Während Macron seine Laufbahn im öffentlichen Dienst vorerst

aufgab um für das Pariser Institut Montaigne zu arbeiten wurde Marine Le Pen 2003 stellvertretende Vorsitzende des Front National. 2008 wurde Macron schließlich Investmentbanker bei Rothschild&Cie und nur zwei Jahre später sogar Partner bei Rothschild. Im Jahr darauf wurde Marine LePen zur Vorsitzenden des Front National gewählt – diesen Posten hält sie bis heute inne. Auch Macron wechselte zurück in die Politik und wurde im Zuge des Wahlsieges Hollandes sein persönlicher Berater für Wirtschaft und Finanzen. 2014 trat Emanuel Macron stärker in die Öffentlichkeit, als Hallonde ihn zum Minister für „Wirtschaft, Industrie und Digitales“ ernannte. Hollande ebnete somit den Weg für einen Wirtschaftsliberalismus, der es Unternehmen immer einfacher machte Gewinne einzufahren.

 

Macron erwirkte in seiner Zeit als Berater Hollandes ein Reformpaket, dass Unternehmen eine Steuererleichterung von 30 – 40 Milliarden Euro (in drei Jahren) ermöglichen sollte.

Viele Reformen Macrons waren umstritten und konnten im Parlament nur durch Notstandsverordnungen durchgesetzt werden. Seine Gesetzesänderungen wurden außerdem oft als Abbau des Sozialstaates interpretiert und sowohl vom rechten, als auch vom linken Spektrum kritisiert. Im April des letzten Jahres gründete Macron dann eine eigene Partei mit dem Namen „En Marche“ („in Bewegung“).

 

 Politische Positionen 

 

Während die meisten Menschen Marie Le Pen aufgrund ihrer rechten Gesinnung von vornhinein ablehnen, lohnt es sich jedoch einmal einen Blick auf Macrons zu werfen, um entscheiden zu können, ob dieser den soviel besser ist.

 

Marine Le Pen

 

Im Vergleich zu ihrem Vater versucht Le Pen ganz klar eine liberalere Richtung einzuschlagen. Sie hat antisemitische Politiker an den Rand der Partei getrieben und verurteilt den Holocaust, den ihr Vater noch

verharmloste. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass auch sie rechts – bis rechtsradikal einzuordnen ist. So lehnt sie eine multikulturelle Gesellschaft strikt ab und möchte unter anderem die Todesstrafe wieder einführen, um kriminelle Einwanderer zu bekämpfen. Außerdem solle man die französische Nationalität nicht durch das Geburtsortprinzip sondern durch Abstammung oder Verdienst erlangen. Weitergehend möchte sie die Sozialhilfe für Immigranten stark kürzen und den Laizismus gegen die „Islamisierung“ des Landes verteidigen.

 

Wirtschaftlich und finanzpolitisch setzt Le Pen auf eine protektionistische Politik. Sie möchte verschiedene Handelshemmnisse aufbauen um es ausländischen Investoren zu erschweren in Frankreich Fuß zu fassen. Dieses Vorgehen nennt sie selbst einen „ökonomischen Patriotismus“. In diesem Zuge fordert sie einen „Frexit“

und die Rückkehr zum Franc um die Entscheidungsgewalt von Brüssel nach Paris zu verlegen. Finanzpolitisch ist sie also das genaue Gegenstück zu Macron, der die Finanzmärkte eher noch stärker liberalisieren möchte und der für eine globalisierte Welt steht. Mit all ihren Vor – und Nachteilen.

 

Emmanuel Macron

 

Man kann es nicht anders sagen: Emmanul Macron ist eine Marionette der Wirtschaft. Seine Vorschläge zur Liberalisierung beinhalten Steuersenkungen für Unternehmen, Abbau von Regulierungen für Unternehmen,

flexiblere Arbeitszeiten und die Streichung von 120.000 Beamtenstellen. Der Abbau eines Sozialstaates würde durch Macron immens vorangetrieben und von sozialer Marktwirtschaft kann hier nicht mehr die Rede sein. Ob man das Schicksal eines ganzen Landes in die Hände eines Mannes legen möchte, dessen Aufgabe es

war wenige Menschen auf Kosten vieler reich zu machen muss man sich hier auch noch einmal überlegen.

 

Finanzpolitisch sieht Macron einen radikalen Sparkurs vor. Er möchte 60 Millarden Euro in den nächsten 5 Jahren einsparen – davon allein 15 Milliarden im Gesundheitswesen. Er steht zur Integrität Frankreichs in Europa und möchte am Euro festhalten. Auch an der Flüchtlingspolitik Hollandes möchte er festhalten und außerdem Asyl – sowie Abschiebungsverfahren beschleunigen.

 

„Sag mir, wer dich zum König gemacht hat und ich sage dir, was für ein König du bist.“ Im Fall Emanuel Macrons ist dies eine der mächtigsten – wenn nicht die mächtigste Familie – der Welt. Hierbei müssen wir unser Augenmerk darauf richten, dass die Rothschildfamilie Mitgründer der FED war. Sie wurde durch Staatbankrotts und Insolvenzen reicher und finanzierte oftmals im Falle eines Krieges beide Seiten. Der Reichtum dieser Familie beruht also vor allem auf der Armut Anderer. Das Emanuel Macron als ehemaliger Partner der Familie jetzt große Teile der Wirtschaft liberalisieren möchte um Familien wie dieser größere Freiheiten zu verschaffen erscheint mehr als subtil und trägt mit Sicherheit nicht zum Wohle der französischen Bevölkerung bei. Wie kann ein Investmentbanker der für die Hochfinanz an den größten Übernahmen überhaupt (bis zu 11,9 Millarden US-Dollar) beteiligt war als Kandidat für die einfachen Leute antreten?

 

Um zu verdeutlichen was für ein Desaster ein Wahlsieg Macrons mit sich ziehen würde, möchte ich Nathan Mayer Rothschild (1777-1836) zitieren:

„Mir ist es egal, welche Marionette auf dem Thron von England sitzt und ein Imperium regiert, wo die Sonne nie untergeht. Der Mann, der die Geldmenge Britanniens kontrolliert, kontrolliert das Britische Imperium, und ich bin der Mann, der die Geldmenge Britanniens kontrolliert.“

 

Mit Macron würde die Wirtschaftsleistung höchstwahrscheinlich steigen, was aber noch lange nicht heißt, dass der

Wohlstand der Bevölkerung mit steigt. Firmen und den Menschen den diese gehören wird es durch Steuersenkung und Liberalisierung der Wirtschaft noch leichter fallen Profit zu machen. Die Leute die sowieso schon viel Geld besitzen können noch reicher werden – und dies auf Kosten des großen Teils der Bevölkerung, der mit Kürzungen im sozialen Bereich rechnen muss.

 

Fazit

 

Mit Macron und Le Pen hat Frankreich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Marine Le Pens Ansätze zur Einführung einer eigenen Währung sind zwar sinnvoll, da der Euro auf kurz oder lang als Währung zum Scheitern

verurteilt ist. Allerdings sind die Ansätze zur Abgrenzung von anderen EU-Staaten stark mit Rassismus verbunden und Marine Le Pen könnte als Präsidentin einen Hass schüren der weder notwendig ist, noch die Probleme Frankreichs löst. Macron hingegen steht sogar für eine Öffnung der Wirtschaft und für eine weitere Machtzentralisierung in Brüssel. Damit verhilft er allerdings höchstens seinen Freunden in Wirtschaft und Finanzen zu noch mehr Reichtum. Die französische Gesellschaft müsste mit ihm mit noch schlechteren Arbeitsbedingungen und einer Ausbeutung ihrer Arbeitskraft rechnen. Macron möchte die Vermögenssteuer unter anderem senken, wenn die Reichen ihr Geld investieren. Was damit erreicht wird, ist eine noch stärkere Umverteilung des

Geldes von Arm zu Reich – Die, die es eh schon haben können mit Macron noch reicher werden. Und diejenigen, den kein Kapital zur Verfügung steht, sind von einer Verbesserung des Wohlstands ausgeschlossen.

 

Letztendlich spiegelt die Wahl zwischen Le Pen und Macron die Spaltung Europas wieder. Wir sehen uns konfrontiert mit Problem und es scheint so, als könnten die moderaten Parteien diese nicht lösen: „Es braucht

eine starke Persönlichkeit!“. Auf der einen Seite haben wir Le Pen, die durch ihre authentische und kompromisslose Art die Leute anzieht – auch vor allem weil sie gegen das „Establishment“ wettert. Auf der anderen Seite haben wir

Macron, der gut aussieht und nebenbei auch noch sehr smart wirkt. Es scheint als wäre er intelligent genug um die Probleme Frankreichs zu lösen. Was Frankreich tatsächlich brauchen würde, wäre ein Kandidat, der den völkerrechtswidrigen Kriegen Amerikas eine Absage erteilt und diese nicht weiter unterstützt. Die Hegemonialpolitik der vereinigten Staaten von Amerika ist ein Hauptgrund für viele Probleme in Europa und in Frankreich. Des Weiteren müsste die Politik deutlich sozialer werden. Der Finanzelite Europas muss etwas entgegen gesetzt werden – die ganze Wirtschaft des Euroraums baut auf einem Schuldgeldsystem auf, dass bald zusammenbrechen wird. Dann sind es die normalen Bürger die mit einem Schlag vor einem Trümmerhaufen stehen – die Verantwortlichen schwimmen hingegen im Geld. Die Lösung wäre somit die Umverteilung des Geldes und die Stärkung des Sozialstaates – das wünsche ich mir für Frankreich und für ganz Europa!


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