Die Isolierung Katars - Die wahren Gründe

Es ist passiert! Die arabischen Länder spalten sich weiter in zwei Lager: Ägypten, Saudi-Arabien, die vereinigten arabischen Emirate und Bahrain beenden ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar. See - sowie Luftverkehr sollen gestoppt werden und die Bürger Katars sollen die anderen Länder innerhalb von 14 Tagen verlassen. Zudem werde diplomatisches Personal abgezogen.

WAS WAR DER AUSLÖSER FÜR DIE DIPLOMATISCHE KRISE?

Der Auslöser für die Krise war Saudi-Arabien nach die Unterstützung von Terroristen durch Katar. Weitergehend sorgte eine Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Katars für einen politischen Affront in Saudi-Arabien. Die Agentur zitierte einen Text, indem Katars Emir den Iran als eine "islamische Großmacht" anpreiste. Außerdem unterhalte man starke Beziehungen zu dem Land. Nun ist es kein Geheimnis, dass der Iran als zentrale Gegenmacht zu Saudi-Arabien fungiert. Beide Länder kämpfen um die Vorherrschaft in der Region.

 

Katar hingegen bezeichnete die in der Nachrichtenmeldung zitierten Aussagen als die Folgen eines Hackerangriffes. Die Website der Nachrichtenagentur wäre über Stunden nicht erreichbar gewesen und Aussagen dieser Art wären nie getätigt worden. Was ist aber wirklich passiert?

EIN BLICK IN DIE VERGANGENHEIT

Katars Schicksal hing mit der Entdeckung riesiger Erdgasvorkommen vor seiner Küste zusammen. Der nur 2 Millionen Einwohner umfassende Staat der ungefähr zwei mal so groß ist wie Zypern konnte sich seit dieser Entdeckung eine selbstbewusstere Außenpolitik erlauben.

Einer der größten Abnehmer für dieses Gas wäre Europa. Das Gas kommt allerdings nicht alleine nach Europa - dafür muss die Pipeline selbstverständlich durch andere Länder verlaufen.

Momentan wird Europa allerdings nicht mit fossilem Brennstoff aus Katar sondern aus Iran versorgt. Hierbei läuft die Pipeline durch Irak und Syrien und wird von Russland unterstützt. Für diese Pipeline gibt es allerdings eine Alternative. Bei dieser würde das Erdgas aus Katar kommen und über Saudi-Arabien schließlich über Syrien und die Türkei nach Europa verlaufen. Somit wäre die westliche Welt nicht länger abhängig von Ländern wie Iran und Russland, die die westliche Wirtschaft bedrohen könnten. Es würde auch nicht länger die Gefahr bestehen, dass das Erdöl in einer anderen Währung als dem Dollar angeboten würde.

 

WARUM GEHT ES ALSO WIRKLICH?

 

Katar steht nun vor der Frage wem es sein Erdgas anbietet und in welche Wirtschaftsunion es sich integriert. Welcher Großmacht sollte es sich anschließen? Sollte man auf das untergehende Schiff der USA steigen oder sollte man den Markt stärker für Länder wie China und Russland öffnen und damit einen Konflikt mit den angrenzenden Ländern riskieren?

Saudi-Arabien möchte mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Katar höchstwahrscheinlich verdeutlichen wer das Sagen in dieser Region immer noch hat und mit was für Folgen Katar rechnen muss wenn es die Loyalität zu den Saudis in Frage stellt.

 

EIN KLEINES LAND MIT GROßEN AMBITIONEN - WIE GEHT ES WEITER?

 

Katar leidet keinesfalls an Wahnvorstellungen, wenn es sich mit Saudi-Arabien misst. Es ist weltweit der größte Exporteur von verflüssigtem Erdgas und hat hinter Russland und Iran die größten Reserven. Dazu kommt, dass es das größte Pro-Kopf-Einkommen der Welt hat (130.000 USD).

Sollte es wahr sein und Katar verstärkt seine Beziehung zu Russland und Iran dann würden sich die Länder mit den größten Erdgasvorkommen vereinen und Katar hätte somit die Chance eines der einflussreichsten Länder überhaupt zu werden. Gleichzeitig würde sich allerdings auch die Nahostkrise auf die arabische Halbinsel ausweiten. Die Fronten zwischen Russland und Amerika würden sich verhärten und die USA würden ihren Einfluss auf Katars Nachbarländer ausweiten.

Die USA und die westliche Welt spüren deutlich, dass sie womöglich nicht mehr lange das mächtigste Staatenbündnis sein könnten. Hier versucht man mit allen Mitteln die Staaten zu unterdrücken, die sich Russland zuwenden möchten - wie in diesem Fall Katar. Denn das Saudi-Arabien sich daran stört, dass jemand Terroristen unterstützt kann höchstens ein schlechter Witz sein. Der Kampf um strategisch wichtige Punkte im nahen Osten geht somit in eine neue Runde - auf uns kommt noch einiges zu.


Quellen

 

  • http://www.spiegel.de/politik/ausland/saudi-arabien-vs-katar-darum-geht-s-beim-showdown-am-golf-a-1150708.html
  • https://www.the-relief.com/2016/07/30/saddam-hussein-gaddafi-und-die-rolle-der-t%C3%BCrkei/

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