Wie wirkt Alkohol im Körper?

15.000 Menschen sterben jährlich durch Alkoholkonsum. Wie wirkt Alkohol auf den Körper? Lesen Sie hier ab wann das Krebsrisiko steigt und ob Alkohol unter bestimmten Voraussetzungen auch gesund sein kann!

Was ist Alkohol?

Wenn umgangssprachlich von „Alkohol“ die Rede ist, dann geht es meistens um den Stoff Ethanol. Ethanol ist in allen alkoholischen Getränken enthalten. Neben Ethanol gibt es allerdings noch andere Substanzen, die zur Gruppe der Alkohole gehören. Hier muss man also zwischen dem Begriff „Alkohol“ (Ethanol) und der chemischen Gruppe der „Alkohole“ unterscheiden.

 

Alkohole sind vereinfacht gesagt Stoffe, die eine oder mehrere funktionelle Hydroxylgruppen besitzen. Also Bindungen zwischen Sauerstoff – und Wasserstoffatomen. Die Hydroxylgruppe bindet weitergehend an ein Kohlenstoffatom. Zu den Alkoholen gehört zum Beispiel Methanol. Dieser Stoff berauscht auch, ist aber gleichzeitig sehr gefährlich. Ab einer Dosis von ungefähr 30 Gramm wirkt Methanol tödlich.

 

Wann also immer in diesem Artikel von Alkohol die Rede ist, dann ist damit Ethanol gemeint.

In welchen Lebensmitteln ist Alkohol enthalten?

Viele Leute können sich nicht vorstellen, in wie vielen und vor allem in welchen Lebensmitteln Alkohol enthalten ist. In Früchten, Fruchtsäften und sogar in Brot ist Alkohol enthalten. Er entsteht durch den natürlichen Gärungsprozess und wird nicht gezielt hinzugefügt.

 

Aber auch viele weitere Produkte enthalten geringe Mengen an Alkohol. So zum Beispiel Speiseeis, Rote Grütze, Fleischgerichte, Fischfilet oder Sauerkraut. Hier wird Alkohol gezielt verwendet, um die Lebensmittel zu konservieren oder um Alkohol als Geschmacksträger zu verwenden. Haltet eure Augen also offen, wenn ihr Alkohol vermeiden möchtet!

Wie wirkt Alkohol auf den Körper?

Jedes Medikament und so auch jede Droge hat zwei Wirkungen: Die gewollte Wirkung (klinische Wirkung) und die Nebenwirkung (toxische Wirkung). Im Falle von Alkohol sind beide Wirkungen schädlich für den Körper. Die erzielte Wirkung ist in den meisten Fällen eine Veränderung des Gemütszustandes. Sei es der Rausch oder das entspannte Ausklingen des Tages bei einem Glas Wein. Zu der Veränderung des Gemütszustandes kommen außerdem ungewollte Nebenwirkungen. Diese werden im zweiten Schritt erklärt. 

Wie entsteht ein Rausch?

Wer kennt das nicht? Man fühlt sich (vorerst) gut, euphorisch. Man hat einen verstärkten Tatendrang und kommt auf die komischsten Ideen. Außerdem redet man viel mehr als sonst. Man ist ungehemmt. Und das obwohl Alkohol im Gehirn Prozesse hemmt. Ethanol hemmt eben genau die Systeme, die einem Menschen normalerweise signalisieren würde: „Stopp. Irgendwas stimmt hier nicht.“

 

Alkohol hemmt verschiedene Systeme im Gehirn, so zum Beispiel das Glutamat-System. Der Neurotransmitter Glutamat ist vor allem für die Aktivität im Gehirn verantwortlich. Wird die Ausschüttung von diesem Transmitter gestört, kommt es zu einer verzögerten Impulsübertragung zwischen den Nervenzellen.

 

Das zweite betroffene System ist das GABA-System, wobei GABA ein weiterer Neurotransmitter ist (Gamma-Aminobuttersäure). Dieser Botenstoff ist für die Hemmung von Prozessen im Gehirn verantwortlich. Durch Alkoholkonsum nimmt diese Hemmung noch weiter zu. Darauf sind stark verzögerte Reaktionen zurückzuführen oder auch ein vermindertes Schmerzempfinden. Man fühlt sich „betäubt“.

Nebenwirkungen

Ethanol ist ein starkes Zellgift. Befindet es sich einmal in den Zellen, verhindert es dort die Aufnahme von Nährstoffen. Betrinkt man sich häufig, kann das zu einer Schrumpfung des Hirngewebe führen.

 

Geht der Alkohol seinen Weg durch den Körper, fließt er direkt in den Dünndarm, da der Magen an einem Bier nichts verdauen kann. Vom Dünndarm aus wird der Alkohol an das Blut abgegeben. Nach weniger als einer Minute wird der Alkohol schon in der Leber abgebaut. Blöd ist allerdings, dass die Abbauprodukte noch giftiger sind, als der Alkohol selbst. Sie schädigen mit der Zeit das Erbgut in den Zellen und schaffen Entzündungen in Rachen und Magen. Blöd ist außerdem, dass die Leber nicht unbegrenzt Alkohol abbauen kann. Mit jedem Tropfen Alkohol der abgebaut wird entstehen Fettzellen, die die funktionierenden Zellen ersetzen. 

 

Die wohl bekannteste Nebenwirkung ist der "Kater". Er entsteht, weil die Nieren den Alkohol mit relativ viel Wasser ausscheiden. Neben der dadurch entstehenden Dehydration weitet der Alkohol außerdem Gefäße im Hirn. Dadurch kommt es zu einer Migräne.

Langzeitschäden

Neben unzähligen Krankheiten und einem erhöhtem Krebsrisiko sind vor allem folgende Erkrankungen auf Alkoholkonsum zurück zu führen:

Leberzirrhose

Giftstoffe wie Acetaldehyd, die beim Alkoholabbau entstehen, bewirken eine vermehrte Bildung von Fetten, die die Leberzellen irgendwann nicht mehr ausschleusen können. Die Folge ist die Ersetzung dieser Zellen durch Bindegewebe.

schleimhäute

Die Schleimhäute in Magen und Dünndarm werden stark geschädigt, geradezu perforiert. Das liegt unter anderem daran, dass der Magen bei Kontakt mit Alkohol vermehrt Salzsäure produziert, die die Schleimhaut angreift. Aber auch weitere Schleimhäute, wie die Mundschleimhaut werden durch Alkohol stark geschädigt.

krebs

Bei einem Konsum von 75 – 100 Gramm täglich, steigt das Risiko für Mundhöhlen – und Kehlkopfkrebs um das 13-fache (1). Und dennoch weisen Wissenschaftler darauf hin: Keine Menge darf als bedenkenlos gelten. Alkoholkonsumenten mit einem durchschnittlichen Konsum haben ein 3– bis 8fach höheres Risiko an Rachen- und Kehlkopfkrebs zu erkranken.

entzündung der bauchspeicheldrüse

Wissenschaftler haben einen direkten Zusammenhang zwischen der täglich aufgenommenen Menge an Alkohol und dem Entstehen einer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) nachgewiesen. Diese kann über einen septischen Schock bis zum Tod führen.

weitere gesundheitsschäden

Alkohol schadet so gut wie jedem Organ. Zu weiteren nennenswerten Schäden gehört ein Vitaminmangel, da Ethanol Fette und Kohlenhydrate aus der Energiebedarfsdeckung verdrängt. Zudem verringert Alkohol die Spermienproduktion, tötet Millionen von Gehirnzellen ab, schädigt Muskeln und Nerven nachhaltig und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Kann Alkohol gesund sein?

Lange schon besteht der Mythos, Wein wäre herz – und gefäßschützend. Viele Menschen glauben tatsächlich, Alkohol könne ihre Gesundheit sogar fördern. Dem widersprechen die meisten Studien. Neusten Studien zufolge, beeinflusst Wein den HDL-Spiegel (Cholesterin) in keinstem Maße. Mit einer einzigen Ausnahme:

Dänische Forscher haben nachgewiesen, dass Menschen die 2 – 3 Gläser Wein pro Woche trinken, dabei viel Sport treiben und sonst gesund leben die höchste Lebenserwartung haben. Ein Alkoholkonsum ohne die Komponente Sport oder gesunde Ernährung verkürzt hingegen die Lebenserwartung. Sport und der mäßige Konsum von Wein verstärken sich anscheinend in ihrer positiven Wirkung.

 

Darüber hinaus darf man aber nicht vergessen, dass es nicht der Alkohol ist, der hier die positive Wirkung erzeugt. Es sind Inhaltsstoffe des Weins, so zum Beispiel Antioxidantien. Der Alkohol im Wein bleibt unverändert dasselbe Zellgift.

Auch und vor allem bei Alkohol gilt „Die Dosis macht das Gift“. Damit Alkohol eine positive Wirkung auf den Körper hat muss man viele andere Faktoren beachten. Außerdem muss man beachten, dass Alkohol in hohem Maße süchtig macht. Der Hauptteil der Woche sollte also völlig alkoholfrei sein.

 


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quellen

(1)  Quarks und Co, http://www.quarks.de/dyn/15126.phtml, Volksdroge Alkohol, WDR, 2004

http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=12399

https://www.kenn-dein-limit.info/wie-wirkt-alkohol.html

https://www.swr.de/odysso/gesundheit-so-wirkt-alkohol-im-koerper/-/id=1046894/did=11080870/nid=1046894/1p8zhu5/index.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/alkohol.php

http://www.hausmed.de/gesund-leben/alkoholkonsum/alkoholbedingte-organstoerungen-und-erkrankungen

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ist-wein-gesund-ia.html

https://www.freenet.de/nachrichten/wissenschaft/alkohol-ist-gesund_736318_4702462.html

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