Islam und Steinigung: Das sagen Koran und Sunna

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Die Steinigung ist eine der grausamsten Hinrichtungsmethoden. Wenn sie heute angewandt wird, dann in islamischen Ländern. Aber ist sie überhaupt Bestandteil des Korans und wie findet sie sich in der Sunna wieder?

Die Geschichte der Steinigung

Die Steinigung ist eine uralte Hinrichtungsform. Die antiken Römer und die Israeliten nutzen sie. Auch im präkolumbianischen Mittelamerika war die Steinigung verbreitet. In Verbindung mit dem Islam kam die Steinigung in Nordafrika. Den Überlieferungen zufolge wurde sie dort von Prophet Mohammed angewandt. Islamische Staaten wenden auch noch heute die Steinigung  an. Darunter Afghanistan, Teile Indonesiens, Iran, Irak, Jemen, Nigeria, Pakistan, Somalia, Sudan, Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In diesen Ländern ist die Steinigung Gesetz
Steinigung als Gesetzesstrafe

Die Steinigung in Koran und Sunna

Die Steinigung wird als Hinrichtungsmethode in der Thora und der Bibel vorgeschrieben. Trotzdem wird sie heutzutage nur durch islamische Länder angewandt. Und doch gibt es hier einen elementaren Unterschied zwischen Islam und Christentum. Denn das Wort „Steinigung“ kommt kein einziges Mal im Koran vor. Die Strafe der Steinigung existiert im Koran nicht. Warum Länder wie der Iran die Steinigung trotzdem als Teil der Sharia betrachten und sie gesetzlich verankern ist eine berechtigte Frage. Die Antwort folgt:

 

In diesen Ländern wird die Sunna („Verfahrensweise des Propheten“) vollständig als Rechtsquelle neben dem Koran akzeptiert. Im Fall der Steinigung stützt man sich hierbei auf Überlieferungen über einen „Steinigungsvers“, sowie über die Anwendung der Steinigung durch Prophet Muhammad selbst.

 

 Der besagte Vers soll wie folgt gelautet haben:

„Wenn ein bejahrter Mann und eine bejahrte Frau Unzucht treiben, so steinigt sie auf jeden Fall als Strafe Gottes. Und Gott ist gütig und weise“.

 

Warum der Vers letztlich nicht im Koran gelandet ist, erklärt man sich unter anderem mit einem Hadith von Aisha, Mohammeds Ehefrau.  In diesem berichtet sie eine Ziege habe das Papier gefressen, auf dem der Vers stand (Ahmad ibn HanbalMusnad. Band 6. al-Maktab al-Islāmī, Beirut 1969, S. 269).

Kein einziges Mal wird die Steinigung im Koran erwähnt. Dafür mehrfach in Hadithen. Ibn Ishaq, der wohl berühmteste Biograph Muhammads erwähnte, Umar (2. Kalif des Islam) habe erwähnt die Steinigung sei die von Gott vorgesehen Strafe für Ehebrecher. Dafür führte er folgenden Hadith an:

 

Umar sagte: „Ich befürchte, dass eine lange Zeit über die Menschen vergeht, bis jemand sagt: »Wir finden nichts über die Steinigung im Buche Allahs. Und dann gehen sie mit der Unterlassung einer Bestimmung, die Allah herab gesandt hat, in die Irre. Wahrlich, die Steinigung ist eine gerechte Strafe für denjenigen, der Unzucht begeht und verheiratet ist, solange der Beweis oder die Schwangerschaft oder das Geständnis vorliegen. Sufyan fügte hinzu: Ich behielt noch den Satz: Wahrlich, der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, bestrafte mit der Steinigung und nach ihm haben wir auch die Steinigung (als Strafe) angewendet.“

[Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 6829]

 

Weitere Hadithe über die Steinigung:

 

Dschabir berichtete: „Ein Mann von (dem Stamm) Aslam kam zum Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, während er sich in der Moschee aufhielt, erzählte er  ihm, dass er Unzucht begangen hat. Der Prophet wandte sich von ihm ab, und der Mann begab sich zu der Seite, zu der der Prophet sich hinwandte, und leistete viermal die Zeugnisaussage gegen sich selbst. Der Prophet ließ ihn zu sich näher kommen und sagte zu ihm: »Bist du verrückt! Bist du verheiratet? «Der Mann sagte: »Ja! « Darauf veranlasste der Prophet seine Steinigung im Gebetssaal. Als er durch die Steine verletzt wurde, entfloh er und wurde in einer steinigen Gegend eingeholt, wo er getötet wurde. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sprach dann Gutes über ihn und verrichtete für ihn das Totengebet.“ 

[Sahih Al Bukhari, Hadith Nr. 6820]

 

Abu Nudschaid Imran ibn al-Husain al-Khuza’i berichtete, dass eine Frau aus dem Dschuhaina-Stamm aufgrund eines Ehebruchs schwanger wurde. Sie kam zum Propheten (s), gab ihre Schuld zu und sagte: „Oh Gesandter Allahs, ich habe eine schwere Sünde begangen. Bestrafe mich also dementsprechend.“ Der Prophet (s) ließ ihren Vormund kommen und sagte zu ihm: „Behandle sie gut, und bringe sie wieder zu mir, wenn sie entbunden hat“. Der Vormund führte die Anweisungen durch und brachte sie zurück zum Propheten (s), der das Urteil sprach und ihre Hinrichtung anordnete. Man band daher ihre Kleider um ihren Körper fest, und sie wurde zu Tode gesteinigt. Danach leitete der Prophet (s) ihr Begräbnisgebet. Umar bemerkte sodann: „Oh Prophet Allahs (s)! Sie ist eine Ehebrecherin und du leitest ihr Begräbnisgebet?“ Der Prophet (s) sagte: „Sie hat in so einem Maß bereut, dass, wenn diese Reue auf siebzig Personen aus Medina verteilt würde, sie für alle ausgereicht hätte. Gibt es etwas Besseres, als dass sie sich selbst für Allah, den Allmächtigen und Erhabenen, aufgeopfert hat?“ 

 

[Sahih Muslim]

Gewalt im Koran? Nur die Sunna kennt die Steinigung

Auf welchen Gott berufen sich „Gelehrte“, wenn sie die Steinigung als Pflicht in der Sharia bezeichnen? Der Gott, der den Koran herabgesandt hat kann es ja nicht sein. Oder hat er den Vers in seinem eigenen Buch vergessen? Vielmehr sind es Überlieferungen, die mittlerweile dieselbe Priorität zu scheinen haben wie der Koran.

Koran vs Sunna

Bewusst bezeichne ich hier Koran und Sunna als Gegenspieler, denn nichts anderes sind sie in diesem Fall. Von Malaysia bis Marokko gilt die Sunna als so verpflichtet, dass die in ihr beschriebenen Verhaltensweisen komplett von der Gesellschaft assimiliert wurden. Dabei fällt vielen Menschen gar nicht auf, dass sich Koran und Sunna teilweise widersprechen – siehe Steinigung.

Besonders wegen folgender Verse hat die Sunna eine solch hohe Priorität erlangt:

 

[4:70]

„Wer Allah und seinem Gesandten gehorcht, der wird zu denen kommen, gegen die Allah gnädig ist.“

 

[4:81]

 

„Wer nun dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah“ 

Gott ist die einzige gesetzesquelle

„Man muss dem Gesandten gehorchen“ – das steht völlig außer Frage. Aber bedeutet das, dass der Gesandte eigene Gesetze erlassen darf?

 

Der Koran ist ein vollständiges und perfektes Buch, das keine Ergänzung durch Hadithe benötigt! (siehe 6:19,38 und 114; 7:52; 17:12; 11:1; 41:3; 12:111 und 16:89) Warum sollte Gott eine Strafe in Überlieferungen mitteilen, wenn er es im Koran kann?

Der Prophet Mohammed war menschlicher Natur. Er hat Fehler und Sünden begangen wie jeder andere Mensch. Somit hatte er auch nicht die Erlaubnis Dinge zu verbieten, die Gott nicht zuvor verbat. Dies erfahren wir in folgendem Vers:

 

[6:114]

 Soll ich denn einen andern Richter suchen als Allah – und Er ist es, Der euch das Buch, deutlich gemacht, herabgesandt hat? Und jene, denen Wir das Buch gegeben haben, wissen, dass es von deinem Herrn mit der Wahrheit herabgesandt ward; deshalb solltest du nicht unter den Bestreitern sein.

 

Und in [66:1]:

O Prophet! warum untersagst du (dir) das, was Allah dir erlaubt hat? Suchst du deinen Frauen zu gefallen? Und Allah ist allverzeihend, barmherzig.

Jeder, der die Steinigung trotzdem als legitime Strafe und sogar als Pflicht ansieht sollte sich fragen, warum sie dann nicht im Koran enthalten ist. Hat Gott den Vers vergessen? Wurde das Blatt auf dem der Steinigungsvers stand tatsächlich von einer Ziege gefressen? Und nehmen wir mal an der Vers wurde von einem Menschen entfernt: Hatte Gott nicht die Macht das zu verhindern, wenn er doch die Steinigung für den Menschen vorsieht?

 

Fragen, auf die es nur zwei Antworten gibt: Entweder besitzt Gott tatsächlich nicht die Macht den Koran zu schützen oder die Strafe der Steinigung ist aus gutem Grund nicht im Koran enthalten. Jemandem, der die Steinigung befürwortet, wird keine der beiden Antworten gefallen.

 

 

Tatsächlich verschließen diese Menschen ihre Augen vor dem, auf das sie sich eigentlich berufen: Dem Koran. Und das, um ihr eigenes Weltbild aufrechtzuerhalten. Das betrifft nicht nur die Steinigung. Sehr oft verhalten sich Menschen falsch und rechtfertigen ihr Handeln trotzdem mit dem Islam. Weil ihnen diese Verhaltensweisen so anerzogen worden. Nicht der Islam ist hier das Problem. Es ist die fehlende Bildung. In diesen Gesellschaften wird nicht mehr die Botschaft des Korans transportiert, sondern vielmehr das, was man als „islamisch“ in der Gesellschaft festgelegt hat.

Fehlende Bildung: Ursache für Radikalisierung

Islam, Gewalt und Terror. Drei Begriffe die oft synonym verwendet werden. Doch ist es der Islam, der diese Dinge predigt? Im Fall der Steinigung ist es nicht die Gewalt im Koran, es sind die gewalttätigen Muslime. Dies führt uns zu der Frage, was ist Islam und was bedeutet Islam? Islam wird viel öfter durch das Verhalten von Muslimen definiert als durch den tatsächlichen Inhalt des Korans. Das ist auch kein Wunder. Denn den Koran lesen nur die Wenigsten. Und wenn sie es tun dann meistens auf Arabisch. Der Koran auf Deutsch, oder in einer anderen Muttersprache wäre der erste Schritt zu einem richtigen Verständnis. Islamischer Terrorismus ist oftmals eine Ursache mangelnder Bildung. In Koranschulen der Taliban lernen diese den Koran von vorne bis hinten auf Arabisch auswendig. Ohne jemals ein Wort verstanden zu haben. Nur durch Erzählungen erfahren sie, was in diesem Buch stehen könnte.


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